01.06.17 Was ist Leidenschaft?

6. Abonnementkonzert
20:00 Uhr, Festsaal Stadttheater Ingolstadt

Längst hat sich herumgesprochen, dass der Pianist William Youn zu den führenden Mozart- und Chopin-Exegeten der Gegenwart zählt. Das Spiel des gebürtigen Südkoreaners, der in München lebt, vereint Noblesse und Stilsicherheit. Befreit von Dogmen, ist sich der Kämmerling-Schüler einerseits den Kenntnissen der historischen Aufführungspraxis bewusst und andererseits den Vorteilen des modernen Klaviers. Mit diesem Profil begeht Youn mit dem GKO den 170. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy – ein Komponist, der Youn sehr nahe steht. Robert Schumann nannte ihn den „Mozart des 19. Jahrhunderts“, der die „Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt“ habe.  Tatsächlich ist Mendelssohns Schaffen das zentrale Bindeglied zwischen der noch klassisch geprägten Welt Mozarts und der subtilen Romantik von Schumann oder Chopin. Mit dem Ravensburger Linus Roth interpretiert Youn das Doppelkonzert für Violine und Klavier – ein viel zu selten aufgeführtes Jugendwerk, das das klassische Modell bahnbrechend sprengt. Zuvor dirigiert Ruben Gazarian die Konzertouvertüre „Das Märchen von der schönen Melusine“ von 1833, die mit naturhaften Klanglichkeiten Wagners „Rheingold“ oder „Holländer“ vorwegnimmt. Inspiriert wurde Mendelssohn von Conradin Kreutzers Oper „Melusina“. Die „Reformations-Sinfonie“ op. 107 rundet die Mendelssohn-Hommage ab. Sie verarbeitet  das gregorianische „Magnificat“ und das „Dresdner Amen“. Letzteres verwandelt Wagner im „Parsifal“ zum Gralsmotiv.

Felix Mendelssohn Bartholdy:
Konzertouvertüre zum „Märchen von der schönen Melusine“ F-Dur op. 32
Konzert für Violine, Klavier und Orchester
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 („Reformations-Sinfonie“)

William Youn, Klavier
Linus Roth, Violine
Ruben Gazarian, Leitung

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