07.12.17 Was ist ausdrucksstark?

10. Abonnementkonzert
20:00 Uhr, Festsaal Stadttheater Ingolstadt

In Zeiten von „Brexit“ und populistischem Nationalismus ist es nicht ganz einfach, die britische Seele zu verstehen. Umso dringender sind intra- und interkulturelle Portraits, wie es nun Vassilis Christopoulos mit dem GKO zeichnet. Ein zentrales Merkmal der britischen Kunstmusik ist die Suche nach Identität und Herkunft, was sich in einer mehr oder weniger ausgeprägten Traditionsgebundenheit äußert. Dabei offenbart das britische Portrait-Konzert, dass die Reflexionen des Erbes zuweilen bis auf die Alte Musik zurückgehen können. So reicht das Interesse des gebürtigen Londoners Peter Warlock (1894 – 1930), der neben seiner „Capriol Suite“ vornehmlich als Liedkomponist bekannt geworden ist, von Béla Bartók bis hin zur Gregorianik. An die Polyrhythmik des englischen Madrigals sowie den klangsinnlichen, affektreichen Barock eines Purcell oder Händel knüpfen hingegen Michael Tippett (1905 – 1998) und Benjamin Britten (1913 – 1976) an, um jeweils eigene moderne Klanglichkeiten zu entwerfen. Mit den „Frank-Bridge-Variationen“ würdigte Britten 1937 seinen einstigen Lehrmeister. Von der Musik des Barock ist überdies die „St. Paul’s Suite“ von Gustav Holst inspiriert, ansonsten ein Spätromantiker, der mit „Die Planeten“ berühmt geworden ist. Dagegen interessierte sich John Ireland (1879 – 1962) zunächst für die deutschen Klassiker und Romantiker, bis er durch Debussy und Ravel sowie Strawinsky und Bartók einen „englischen Impressionismus“ entwickelte.

Peter Warlock: Capriol Suite
John Ireland: Concertino Pastorale
Gustav Holst: St. Paul’s Suite
Michael Tippett: Little Music for String Orchestra
Benjamin Britten: Variationen über ein Thema von Frank Bridge

Vassilis Christopoulos, Leitung

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