07.11.18 9. Abonnementkonzert

9. Abonnementkonzert
20:00 Uhr, Festsaal Ingolstadt

Sein zweiter Auftritt als diesjähriger „Artist in Residence“ führt Sebastian Knauer nach Russland. Auf dem Programm steht das frühe Klavierkonzert op. 35 von Dmitri Schostakowitsch, das zusätzlich einen solistischen Trompetenpart vorschreibt. Im Jahr 1933 komponiert, präsentiert sich hier der junge Schostakowitsch als raffinierter Stiljongleur. Ein genialer Mix aus russischer Romantik und Neoklassizismus, Salonmusik und Jazz, Persiflagen und Karikaturen ist das Ergebnis. Schostakowitsch erscheint hier fast schon als Mitglied der französischen „Groupe des Six“ um Francis Poulenc und Darius Milhaud. Nur drei Jahre später wird Schostakowitsch Opfer wüster Angriffe gegen ihn, die die Große Kulturrevolution unter Stalin einläuten. Zeitgleich wütet der Große Terror. Als Folge zieht sich Schostakowitsch zusehends in die intime Privatsphäre der Kammermusik zurück, um hier vielfach ganz persönlich Bilanz zu ziehen. Davon zeugt auch das Streichquartett Nr. 3 op. 73 von 1946, das von Rudolf Barshai zu einer Kammersinfonie bearbeitet wurde. Der dritte Satz zählt zu den stampfenden Marcato-Sätzen, mit denen Schostakowitsch oftmals rohe Gewalt und die böse Fratze des Militarismus entlarvt.
Zwei Jahre später, im Rahmen der zweiten Kulturkampagne unter Stalin, wird Schostakowitsch erneut massiv angegriffen. Eine Bearbeitung zweier Sätze für Streichquartett von Christian Sikorski rundet die Schostakowitsch-Hommage unter Ruben Gazarian ab.

Dmitri Schostakowitsch: Kammersinfonie op. 73a (Bearbeitung von Rudolf Barshai)
Dmitri Schostakowitsch: Adagio und Allegretto für Streichorchester (Bearbeitung für Streichorchester von Christian Sikorski)
Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester

Sebastian Knauer, Klavier
Ruben Gazarian, Leitung

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