20.09.18 7. Abonnementkonzert

7. Abonnementkonzert
20:00 Uhr, Festsaal Ingolstadt

Er hat eine glückliche Hand für französisches Kolorit. Das offenbart der besondere Streicherklang, den Ruben Gazarian kultiviert. Die Grundlage bildet ein erdig farbenreiches Bassfundament: Aus ihm heraus entwickelt sich ein dynamisch fein abgestufter, in Phrasierung und Artikulation nie zu dick aufgetragener Streicherklang. Ruben Gazarian interessiert sich weniger für dynamische Extreme, sondern sucht die klangfarbliche Abmischung und Ausschattierung. Damit kreiert er eine reiche Palette an Klanglichkeiten: überdies mit Esprit und Verve, Noblesse und Raffinement. Von diesem Profil profitiert zumal der besondere Klangzauberin „Ma mère l’Oye“ (Meine Mutter Gans) von 1908/11. Hier reflektiert Maurice Ravel eine Märchensammlung von Charles Perraults aus dem Jahr 1697. Dagegen war Gabriel Fauré der Erste, der sich musikalisch mit dem Stück „Pelléas et Mélisande“ von Maurice Maeterlinck befasste. Er schrieb die Schauspielmusik für eine Aufführung in London 1898. Auch Claude Debussy wurde dafür angefragt, lehnte aber ab: weil er gerade seine gleichnamige Oper komponierte. Fauré selbst wurde, wegen Zeitdrucks, von seinem Schüler Charles Koechlin unterstützt. Mit dem Stoff haben sich zudem Arnold Schönberg und Jean Sibelius auseinandergesetzt. Ähnlich wie Fauré greift Ottorino Respighi in den „Antiche Danzeed Arie“ auf barocke Formen und Tänze zurück. Zwischen 1917 und 1931 entstanden, überträgt Respighi konkret alte Lauten- und Gitarrentabulaturen.

Gabriel Fauré: „Pelléas et Mélisande“
Maurice Ravel: „Ma mère l’Oye“
Ottorino Respighi: „Antiche Danze ed Arie“, 3 Suites per orchestra

Ruben Gazarian, Leitung

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