23.03.17 Was ist virtuos?

3. Abonnementkonzert
20:00 Uhr, Festsaal Stadttheater Ingolstadt

Als Gewinner zahlreicher Wettbewerbe hat sich der in Berlin lebende Japaner Kotaro Fukuma längst zu einem gewichtigen Pianisten gemausert. Mit dem GKO interpretiert er nun das Klavierkonzert Nr. 2 des 1959 geborenen Schotten James MacMillan von 2003. Das Werk trägt den Untertitel „In memoriam Edwin Muir“, ein schottischer Dichter, dessen Leben und Schaffen stark von Katholizismus und Heimatverbundenheit geprägt ist – wie bei MacMillan. Die drei Sätze „Cumnock Fair“, „Shambards“ und „Shamnation“ fußen auf Muirs Gedicht „Scotland 1941“ sowie auf schottisches Lied- und Volksgut. MacMillans religiös-spirituelle Grundmotivation prägt auch das weitere Programm. Tatsächlich dreht sich  der Abend um das Verhältnis zwischen Moderne und Religion, eine zentrale Frage, zumal für viele Zeitkritiker der moderne Mensch ein vielfach Entfremdeter ist. Nach mehrjähriger Krise fand der einstige baltische Avantgardist Arvo Pärt Ende der 1970er Jahre zu einem Stil, der sich tonal und betont einfach gibt – inspiriert von orthodoxer Kirchenmusik. „Summa“ ist eine Streicherfassung des Chorwerks „Credo“. In der „Sinfonischen Serenade“ op. 39, die Ende der 1940er Jahre entstanden ist, ergründet wiederum der von den Nazis vertriebene Erich Wolfgang Korngold dissonante Expressivität und jenen weichen, schwebenden Klang, der ihn einst weltbekannt gemacht hatte. Höhepunkt ist das „Lento religioso“, das  eine ähnliche Atmosphäre aufweist wie die kurz zuvor entstandenen „Metamorphosen“ von Richard Strauss.

Arvo Pärt: „Summa“
James MacMillan: Klavierkonzert Nr. 2
Erich Wolfgang Korngold: „Symphonic Serenade“ op. 39

Kotaro Fukuma, Klavier
Mihhail Gerts, Leitung

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